Zensur durch die Hintertür
Wenn es mit dem Zugangserschwerungsgesetz nicht durch die Vordertüre klappt, obwohl man ja das Thema Kinderpornografie als ultimativen Grund vor sich herschiebt, kommen sie jetzt durch die Hintertüre. So schreibt heise:
Die Bundesregierung will im kommenden Jahr den Kampf gegen infizierte Computer von Heimanwender aufnehmen.
Dem gemeinsam vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) entwickelten Konzept zufolge hätten Internetzugangsanbieter (ISPs) längst die technische Möglichkeit, vireninfizierte Rechner bei ihren Kunden durch Analyse des Netzwerkverkehrs auszumachen.
Klar, DNS Filterung ist ineffektiv und bringt nichts, ja ist sogar kontraproduktiv. Das haben vielleicht sogar Zensursula-Unterstützer inzwischen verstanden. Also kommt man im Sinne der Volksverblödung mit einem neuen Argument: Computerviren. Jeder kennt sie, niemand mag sie, die Regierung tut nun etwas dagegen. Ein fast so guter Schachzug wie das Argument der Kinderpornografie.
Nur dass dieses, "in Europa einzigartigen Projektes", eben auf einem anderen Wege die Zensurinfrastruktur schafft, interessiert wohl nun endgültig niemand mehr. Waren es bei DNS-Sperren noch einige Mausklicks, ist bei Deep-Packet-Inspection schon wesentlich mehr Aufwand nötig - und ohne einen freien Server im Internet, über den man den Traffic getunnelt weitergeben kann, ist man meist aufgeschmissen.
Bedeutet dies also in Zukunft, dass wir zum Schutz unserer Privatspähre nun alle ein OpenVPN und einen eigenen Server im Internet brauchen? So wie sich das aktuell entwickelt, wohl schon. Aber leider bietet auch ein OpenVPN einige Nachteile. So erhöht sich normalerweise die Latenzzeit (Pakete müssen über noch mehr Hops gehen), Traffic muss verschlüsselt werden (CPU-Last) und die IP-Adresse des Servers selbst ist meist für jeden Leyen Laien ermittelbar (über eine Whois-Abfrage auf den Reverse-DNS-Eintrag).
Während des Schreibens des obigen Absatzes, wurde mir erst klar, in was für einem Staat wir inzwischen leben. Wir müssen ernsthaft diskutieren, wie wir über freie DNS-Server und VPN-Lösungen einen weiterhin freien Zugang zum Internet erhalten können.
Ich dachte wir leben nicht in China?


Routing
Na das wird einfach darauf hinauslaufen, dass TOR und I2P stark im kommen sein werden. Wäre auch zu begrüßen, vor allem bei I2P
Nun, Tor hat ja das große
Nun, Tor hat ja das große Problem, dass die Exit-Nodes vertrauenswürdig sein müssen. Sowohl böse Finger, die gerne Passwörter sniffen, als auch die Regierung kann über Exit-Nodes weiterhin den Traffic mitlesen. Außerdem ist Tor meist viel zu langsam.